Bildbearbeitung

Bildanalyse

Bevor man das Bild professionell bearbeiten kann, sollte man zunächst überlegen, welche Verbesserungen notwendig sind. Gibt es unterschiedliche Tonwertabstufungen? Fehlt der Kontrast, die Helligkeit oder Schärfe in einem Bild? Welche Effekte möchte ich am Ende sichtbar machen? All diese Fragen sollte man sich vor jeder Bildbearbeitung stellen, denn nur dann kann man gute und vorallem durchdachte und professionelle Ergebnisse erzielen.

Bildanalyse
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Kontrast

Der Kontrast ist ein Unterscheidungsmerkmal für den Helligkeitsverlauf eines Bildes, oder zwischen zwei Bildpunkten. Der Kontrastumfang oder die Dynamik beschreiben den Intensitätsunterschied zwischen dem hellsten und dunkelsten Punkt eines Bildes. Beim Kontrastumfang unterscheidet man zwischen kontrastarmen (weiche Bilder) oder kontraststarken Bildern.
Ist der Kontrast zu niedrig, kann man diesen mithilfe des Helligkeit/Kontrast-Reglers (s. Abb. rechts) in Photoshop erhöhen. Das Ergebnis zeigt einen höheren Kontrastumfang. Helle Bildteile wirken heller, dunkle wiederum dunkler als im abgebildeten Motiv. Das Bild erscheint zwar für den Betrachter kontrastreicher, genaue Details (z.B. in dunkleren Bereichen) verschwimmen aber mit zunehmenden Kontrastumfang.

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Bildgradation

Im Unterschied zur Tonwertkorrektur wird die Tonwertverteilung bei der Gradation nicht als Histogramm, sondern als Kurve dargestellt. Man unterscheidet zwischen linearer Tonwertveränderung und Nichtlinearer Tonwertveränderung.
Die X-Achse stellt den Eingabewert, die Y-Achse den Ausgabewert dar.
Dementsprechend ist eine unveränderte Gradationskurve eine Winkelhalbierende (x = y -> 45°).
Lineare Tonwertveränderung:
Wenn man die Kurve nur linear verändert, ändert sich nur die Steigung, nicht aber ihre Krümmung. Bei Winkeln über 45 Grad wird das Bild kontrastreicher, unter 45 Grad kontrastärmer. Das Bild wird global aufgehellt, bzw. abgedunkelt.
Nichtlineare Tonwertveränderung:
Hier werden nur Teilbereiche des Tonwertumfangs verändert, sprich nur Teilbereiche der Kurve ändern ihre Steigung, die Krümmung ändert sich.
Möchte man Bilder in bestimmten Tonwertbereichen verändern bzw. optimieren, muss man die Gradationskurve an dieser Stelle steiler machen. Dies geht auf Kosten der anderen Bildbereiche, da die Kurve dort zwangsweise abflacht.
Hat man zum Beispiel ein High-Key-Bild und möchte die Tiefen verbessern, damit das Bild harmonischer wird, muss man den oberen Bereich der Kurve nach unten ziehen, was sie in diesem Bereich steiler macht.
Verändert man zum Zwecke der Verbesserung der Zeichnung die Gradationskurve in einem Teilbereich, so entsteht immer ein Verlust an Zeichnung in einem anderen Tonwertbereich. Die Gradationskurve verwendet man um vorhandene Tonwerte neu zu verteilen. Auch hier können die einzelnen Kanäle separat verarbeitet werden. Der Verlaufsbalken, der in der Mitte eine Schaltfläche enthält, wird dazu benutzt, dunkle und helle Töne vertauschen zu können.

Gradation
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Globale Farbkorrektur

Die globale Farbkorrektur eignet sich besonders dann, wenn eine Farbunstimmigkeit das Gesamtbild betrifft. Dabei kann es sich bspw. Um einen Farbstich handeln, aber auch um Farbsättigung und Helligkeit.
Werkzeuge der globalen Farbkorrektur
Mit dem “Farbton/Sättigung” – Werkzeug lassen sich einerseits sowohl alle Farbtöne gleichzeitig, aber auch die einzelnen Farbtöne einzeln bearbeiten. Es gibt die Bearbeitungsoptionen Farbton (Hue), Sättigung (Saturation) und Helligkeit (Brightness) wählen.
Farbton:
Die Einstellungsmöglichkeiten des Reglers decken das gesamte Farbspektrum von –180° bis +180° ab(Die Position einer Farbe im Spektrum wird in Gradzahlen angegeben, entspricht dem Farbtonwinkel)
Sättigung:
Bestimmt den Buntanteil der Farbe. Wird die Sättigung erhöht, verringert sich der Grauanteil der Farbe, sie wirkt leuchtender, umgekehrt erhöht sich der Grauanteil und lässt die Farbe stumpfer wirken.
Helligkeit:
Unter diesem Begriff versteht man das mehr oder weniger starke Reflexions- bzw. Emmisionsvermögen. Die Helligkeitsskala bewegt sich dabei zwischen weiß (+100) und schwarz (-100).
Im “Farbbalance” – Werkzeug lassen sich Lichter, Mittelton-, Tiefen- und Luminanzbereiche differenzieren. Bei der Bearbeitung eines Bildes kann der Luminanzkanal (Helligkeitswert) erhalten werden, dazu muss das Kontrollkästchen aktiviert werden.
Mit dem “Farben ersetzen” – Werkzeug lassen sich einzelne Farben gezielt bearbeiten. Mit der Pipette werden zu bearbeitende Farbtöne ausgewählt, um sie mit den Schiebereglern für Farbton, Sättigung und Lab-Helligkeit zu verändern. Um eine möglichst genaue Auswahl treffen zu können, kann zusätzlich der Toleranzbereich der Pipette eingestellt werden.
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Selektive Farbkorrektur

Möchte man gezielt Farben im Bild ersetzen, wie z.B. wenn der bekannte “rote Augeneffekt” auftritt, verwendet man das Werkzeug Farben ersetzen, im Menü unter “Bild –> Anpassen –> Farbe ersetzen” zu finden. In der Dialogbox kann man zwischen einer zu bearbeitenden Bildauswahl und dem Gesamtbild wählen. über den Schieberegler im oberen Bereich bestimmt man die Toleranz der Pipette.

Farbkorrektur
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Graubalance

Wenn ein Dokument für einen Internetauftritt verwendet wird, sollten die RGB-Werte an unbunten (grauen) Stellen gleich sein.
Wenn ein Dokument für den Druck verwendet wird (CMYK), werden unbunte Töne durch Cyan, Magenta, Yellow und Schwarz erzeugt.
Beim CMYK-Bild können unbunte Stellen mit einem leichten Rotstich erscheinen. Dieser Rotstich kann durch ein überwiegen von Cyan über Magenta und Yellow korrigiert werden.
Beim RGB-Bild kann man dies nur durch ein Gleichsetzen der RGB-Werte im Graubereich erzielen.
Zur Korrektur der Grau- bzw. Farbbalance stehen folgende Werkzeuge zur Verfügung:

Graubalance
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Bild schärfen

USM = Unscharfmaskierung
Oft sind Bilder insgesamt oder in Teilbereichen unscharf. Um diesem unschönen Effekt zu vermeiden, kann man das Werkzeug Unscharf maskieren (Filter -> Scharfzeichnungsfilter -> Unscharf maskieren) verwenden. Damit kann man das Bild nachschärfen.
Der Filter wirkt, indem er den Kontrast der Konturendetails erhöht. Das Bild wird dadurch nicht tatsächlich schärfer, für das menschliche Auge wirkt es aber so.
Die Regler:
Die Stärke legt fest, mit welcher Intensität der Filter wirken soll.
Der Radius gibt an, in welchem Bereich die Korrektur wirkt. Je höher die Auflösung des Bildes ist, desto größer sollte auch hier der Wert sein.
Der Schwellenwert stellt die Toleranz ein. Sind beim Schwellenwert Null Stufen eingestellt, wird das gesamte Bild geschärft. Bei Stufe 20 werden
Tonstufenunterschiede größer 20 geschärft, leichte übergänge bleiben glatt und unscharf.

usm
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